09.06.2009
WWDC Keynote 2009: Apple präsentiert neues iPhone 3GS, iPhone OS 3.0, Snow Leopard sowie MacBook Pro 13“ & 15“
Geschrieben von Andreas Wieser in Computing

Auf der gestrigen WWDC (Apple Worldwide Developers Conference) 2009 – Keynote in San Francisco präsentierte Apple zahlreiche Neuerungen. So wurde das neue MacBook Pro 13“ im Unibody, eine Aktualisierung des Macbook Pro 15“ mit unter anderem neuem Akku, eine Preissenkung des MacBook Air, Mac OS X – Snow Leopard, die iPhone OS 3.0 sowie die heiß ersehnte dritte Version des iPhones namens 3GS vorgestellt.

Apple MacBook Pro 13“
Direkt zu Beginn der Keynote lies Apple einiges vom Stapel. So präsentierten sie das neue MacBook Pro 13“. Das bekannte MacBook gibt es nun in dem Pro-Serie üblichen umweltfreundlichen Aluminium-Unibody sowie mit LED-Backlight Display. Das 13,3“ Widescreen-Display soll ebenfalls Pro-Serien üblich über einen 60% größeren Farbraum verfügen und für ein eindrucksvolles Grafikerlebnis sorgen. Für passende Grafik- und Videounterstützung sorgt der NVIDIA GeForce 9400M Grafikchip mit 256 MB DDR3 SDRAM vom Hauptspeicher. Als Prozessor (CPU) steht wahlweise ein Intel Core-2-Duo 2,26 GHz oder 2,53 GHz mit 1066 MHz Frontside-Bus zur Verfügung. Es werden nun auch bis zu 8 GB Arbeitsspeicher (RAM) in zwei SO-DIMM-Steckplätzen unterstützt. Die Festplatten-Auswahl reicht von einer 160 GB und 250 GB S-ATA Festplatte mit 5400 Umdrehungen pro Minute, über eine 320 GB und 500 GB Festplatte bis hin zu einem 128 GB oder 256 GB Solid-State-Drive (SSD, Flash-Speicher). Ebenfalls vorhanden ist die im Display integrierte iSight-Kamera, sowie der im Gehäuse eingelassene Mini DisplayPort für externe Monitore mit einer nativen Auflösung von bis zu 2560 x 1600 Pixel. Der fest integrierte Lithium-Polymer-Akku soll für einen netzunabhängigen Betrieb bis zu 7 Stunden sorgen. Gänzlich neu ist der eingebaute SD-Speicherkartenleser (Cardreader). Der Preis für das neue MacBook Pro 13“ beginnt bei 1149 Euro für die 2,26 GHz Version mit 160 GB Festplatte und 2 GB RAM, sowie bei 1399 Euro für die 2,53 GHz Version mit 250 GB Festplatte und 4 GB RAM.

Apple MacBook Pro 15“
Die auffälligste Neuerung am MacBook Pro 15“ ist der jetzt ebenfalls fest integrierte Akku, wie man ihn bisher vom MacBook Pro 17“ kannte. Dieser soll der 15-Zoll-Version bis zu 7 Stunden netzunabhängigen Betrieb ermöglichen und für eine deutlich längere Haltbarkeit (bis zu 1000 Ladevorgänge) sorgen. Die 15-Zoll-Serie beginnt nun bei 2,53 GHz und reicht bis zu 3,06 GHz Prozessoren. Das Basismodell beginnt bei 1599 Euro und hat 4 GB RAM, eine 250 GB Festplatte, einen NVIDIA GeForce 9400M Grafikchip, sowie einen 2,53 GHz Intel Core-2-Duo Prozessor eingebaut. Ab einem Preis von 1799 Euro gibt es einen zweiten, zusätzlichen NVIDIA GeForce 9600M Grafikprozessor (GPU) sowie eine 2,66 GHz CPU. Optional stehen bis zu 8 GB RAM, eine 2,8 GHz sowie 3,06 GHz CPU zur Verfügung. Für ausreichend Speicherplatz sorgen wahlweise eine 250 GB, 320 GB oder 500 GB Festplatte mit herkömmlichen 5400 U/Min, eine 320 GB oder 500 GB Festplatte mit 7200 U/Min oder ein 128 GB oder 256 GB Solid-State-Drive (SSD). Erhalten blieb das LCD-Backlight-Display, jedoch entfiel der ExpressCard-Slot für einen integrierten SD-Cardreader.

Apple MacBook Pro 17“
In der 17-Zoll-Serie des MacBook Pro hat sich wenig getan. Das Basismodell verfügt nun über einen 2,8 GHz Intel Core-2-Duo Prozessor, anstatt der vorherigen 2,66 GHz CPU. Optional ist ein 3,06 GHz Prozessor erhältlich. Neu am MacBook Pro 17“ ist jetzt einen CD-Cardreader der anders als beim kleineren Bruder, dem Mac Book Pro 15“, keinem ExpressCard-Slot zum Opfer fiel. Serienmäßig gibt es ab sofort eine 500 GB fassende Festplatte mit 5400 U/Min. Optional kann eine 500 GB Festplatte mit 7200 U/Min sowie ein 128 GB oder 256 GB Solid-State-Drive (SSD) verbaut werden. Trotz verbesserter Standardkonfiguration senkte Apple den Grundpreis um 200 Euro auf nun 2299 Euro für das Einstiegsmodell des MacBook Pro 17“.

Apple MacBook Air
Apples Leichtgewicht im Sortiment, das MacBook Air, wird ab sofort mit deutlich reduzierten Preisen angeboten. So wird die günstigere der beiden möglichen Konfigurationen bereits ab 1399 Euro angeboten und beinhaltet 2 GB RAM, eine 120 GB Festplatte, einen NVIDIA GeForce 9400M Grafikchip sowie einen 1,86 GHz Intel Core-2-Duo Prozessor. Die für 1699 Euro angebotene Konfiguration des MacBook Air beinhaltet hingegen mit einem Aufpreis von nur 300 Euro ein 128 GB Solid-State-Drive (SSD) und Intel Core-2-Duo Prozessor der mit 2,13 GHz taktet.

Mac OS X 10.6 – Snow Leopard
Das neue Betriebssystem Mac OS X 10.6 – Snow Leopard verspicht viele Neuerungen, vor allem was die Geschwindigkeit, Multimediafunktionalität und den Platzbedarf angeht. So soll die Installation circa 6 GB weniger Platz in Anspruch nehmen, was unter anderem auf eine bessere Datenkomprimierung zurückzuführen sein soll. Bei dieser Komprimierung sollen jedoch Geschwindigkeitseinbußen zur bisherigen Methode im laufenden Betrieb nicht feststellbar sein. Insgesamt soll die neue Software flüssiger und schneller laufen. Vorgestellt wurde diesbezüglich unter anderem das Programm Mail, dem mit Hilfe mehrerer Threads zu deutlich höherer Geschwindigkeit verholfen wurde. Dies soll über die Applikation Grand Central gesteuert werden, die für bestimmte Prozesse Threads eröffnet und nach abgeschlossenem Vorgang wieder freigibt. So verwaltet Grand Central die Prozessorkerne automatisch und verteilt die Aufgaben systematisch auf Prozessor bzw. Speichersysteme. Bereits jetzt erhältlich, und ebenso in Snow Leopard enthalten ist die nunmehr 4. Version des Safari-Browsers. In der Vergangenheit sorgten vor allem Abstürze des Flash-Plug-Ins für reichlich Zündstoff. Mit der neuen Version kann ein Plug-In zwar weiterhin abstürzen, reißt jedoch nicht mehr den gesamten Browser mit sich – sondern wird nach Absturz deaktiviert und im Browser kann problemlos weitergesurft werden.
Eine weitere Performance-Verbesserung ist in den äußerlich weitgehend unveränderten Finder geflossen. Dieser soll ähnlich wie Mail und Safari von Grand Central profitieren und Suchanfragen schneller ausführen. Es soll dahingehend sogar möglich sein, sich in der 3D-Ansicht der Ordner mittels dem neuen QuickTime X Videos in der Vorschau vergrößert ansehen zu können. Das angesprochene QuickTime X soll ebenfalls an Geschwindigkeit gewonnen haben und vor allem bei komplexen Aufgaben wie Videoschnitt hinzugewonnen haben. Passend zum immer weiter wachsenden Videosegment soll es in Zukunft möglich sein, seine Videos via QuickTime X direkt in YouTube, Mobile Me sowie iTunes einspielen zu können. Einen großen Schritt hat Snow Leopard im Bereich der Business-Kunden gemacht. So wird das aktualisierte Betriebssystem mit einer Schnittstelle für Microsoft Exchange Server 2007 ausgeliefert. Mit dieser Schnittstelle soll es Geschäftskunden möglich sein, die Daten vom Exchange Server in Mail, Adressbuch und iCal abzugleichen. Preislich zeigt sich Mac OS X 10.6 – Snow Leopard mit 29 US-Dollar von der warmen Seite. Die für 5 Macs in einem Haushalt angedachte Family-Lizenz schlägt mit 49 US-Dollar zu Buche, was in etwa ein viertel des vorhergehenden Preises entspricht. Diese Vergleichsweise günstigen Preise können zum einen der ausschließlichen Unterstützung von Intel-Macs oder zum anderen der einen Monat später folgenden neuen Betriebssystem-Generation von Microsoft (Windows 7) geschuldet sein.

Apple iPhone 3GS
S steht für Speed, so die großen Worte. Laut Apple soll das neue iPhone 3GS bis zu doppelt so schnell sein wie sein Vorgängermodell das iPhone 3G. Neben der Auslieferung mit dem neuen Betriebssystem iPhone OS 3.0 verwendet das neue 3GS den Open GL ES 2.0 Standard für hochauflösende 3D-Grafiken. Jedoch hat Apple nicht nur an Verbesserungen für die Spiele-Gemeinde gearbeitet, sondern verbesserte auch andere innere Werte. Neu sind der HDSPA-UMTS Chip für bis zu 7,2 MBps sowie die integrierte Kamera, die fortan 3,2 Megapixel auflöst und über einen Auto-Focus verfügt. Ebenfalls möglich ist es nun Videos im VGA-Format mit 30 Bildern pro Sekunde (FPS) aufzunehmen und diese direkt auf dem Handy schneiden zu können. Die Kamera verfügt zudem über einen Makro-Modus (Naheinstellgrenze 10cm) sowie eine ‚Tab to Focus‘ – Funktion, mit der sich durch Auswahl des Bildbereiches auf dem Display des iPhone ein bestimmter Fotobereich gesondert scharf stellen lässt. Die Bilder und Videos lassen sich wie üblich via E-Mail oder dank des neuen OS via MMS an andere Mobilgeräte verschicken. Zusätzlich steht auch eine Funktion zur Verfügung, die Daten direkt auf Mobile Me sowie YouTube hochzuladen. Für eine ebenfalls bessere Anbindung an die Onlinewelt, lässt sich das iPhone nun via USB-Kabel mit einem Mac oder PC verbinden und ohne zusätzliche Software als Modem nutzen.
Das Handy kommt wie die bisherigen iPod Touch mit 16 GB sowie 32 GB Flash-Speicher auf den Markt und wird in schwarz oder weiss erhältlich sein. Einer der heftigsten Kritikpunkte am iPhone war bisher immer der Akku, der laut Apple nun weitgehend überarbeitet wurde und deutlich längere Laufzeiten ermöglichen soll. So gibt Apple an, dass die Musikwiedergabe nun 30 anstatt 24 Stunden, die Sprechdauer via 2G 12 anstatt 10 Stunden und die Videowiedergabedauer nun 10 anstatt 7 Stunden betragen soll. Weitgehend unverändert blieb mit 5 Stunden die Sprechdauer via 3G. Für eine bessere Orientierung soll der eingebaute digitale Kompass sorgen, mit dem es möglich ist, seine Position via GPS in Maps zu bestimmen und sich die aktuelle Richtung via Kompass anzeigen zu lassen. Eine bessere Sportlichkeit bringt die neue mögliche Verbindung zum Nike+ System. Mit diesem System ist es möglich seine Laufdaten (Running) aufzuzeichnen und später auszuwerten (Dauer/Distanz). Die Sprachwahl ist man von vielen anderen Handys und Smartphones gewohnt. Apple rüstet diese jetzt nach und ermöglicht neben der Wahl einer Kontaktperson auch die Interaktion mit dem MP3-Player. So kann je nach Ansage beispielsweise das Lied gewechselt oder etwas ganz spezielles rausgesucht und abgespielt werden.
Das neue Apple iPhone 3GS soll in vielen Staaten (auch Deutschland) am 19. Juni auf den Markt kommen, die deutschen Preise sind jedoch noch nicht bekannt. Neben dem neuen iPhone 3GS wird es weiterhin eine 8 GB Version des schwarzen iPhone 3G für ein günstigeres Preissegment geben.

Apple iPhone OS 3.0
Grundsätzlich waren die meisten Funktionen des neuen iPhone OS 3.0 hinlänglich im Vorfeld bekannt. Angesichts der hohen Anzahl an Entwicklern auf der WWDC (ausverkauft) präsentierte Apple dennoch noch mal das überarbeitete System und dankte den zahlreichen Programmierern der vielen Apps für ihren Anteil an den weltweit über 40 millionen verkauften iPhones und iPod Touch. Neben der Präsentation der neuen Funktionen (über 100 neue Funktionen sind angekündigt) wie dem Rückgängig machen via Schütteln des Gerätes und die Eingabe von Texten im Querformat, sowie die übergreifenden Ausschneiden-, Kopieren- und Einfügen-Befehle, zeigte Apple auch die eingebaute MMS-Funktion, die vor allem Nutzer in Deutschland bisher vermissten. In der Vergangenheit stark gefragt war auch die Funktion das iPhone als Modem nutzen zu können. Diesem Wunsch geht Apple mit Tethering in der OS 3.0 nach.
Was denkst Du? Mach mit, sag Deine Meinung und verfasse unten einen Kommentar!
Auf Twitter.com melden!

